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Biogas: Wie geht es nach dem EEG 2014 weiter?

Die Regelungen im EEG 2014 für die Biogasbranche haben dazu geführt, dass in 2015 mit lediglich 23 MW installierter Leistung der geringste Zubau seit Bestehen des EEG im Jahr 2000 erfolgte. Von den 23 MW sind nur 12 MW arbeitsrelevant und erzeugen tatsächlich kontinuierlich Strom; die restlichen 11 MW sind „überbaute“ Leistung und stehen der flexiblen Stromversorgung zur Verfügung. Das von der Bundesregierung gesteckte Ziel eines Zubaus von 100 MW wurde weit verfehlt. Durch die jüngste Novellierung des EEG im Juli ist keine Trendänderung beim Zubau zu erwarten.

Das EEG 2017 sieht sowohl für neue Biogasanlagen als auch für Bestandsanlagen Ausschreibungen vor. Damit konnte erreicht werden, dass konkrete Regelungen für das Segment Biogas bereits in das EEG verbindlich aufgenommen wurden und es wurde die Gefahr abgewendet, diese erst anschließend anhand von Verordnungsermächtigungen schaffen zu müssen. Die Verbindlichkeit ist erforderlich, da Bestandsanlegen zeitnah Investitionsentscheidungen für den Fortbestand der Anlagen treffen müssen.

An den Ausschreibungen –vorgesehen ist eine Ausschreibung pro Jahr- können sich Neuanlagen (für eine 20 jährige Förderung) sowie Bestandanlagen (für 10 Jahre Anschlussförderung) beteiligen, sofern sie noch max. 8 Jahre Anspruch auf die EEG Förderung haben. Bestandsanlagen, die im Ausschreibungsverfahren einen Zuschlag erhalten, gelten nach dem EEG 2017 als neu in Betrieb genommen und müssen entsprechend die Regelungen des EEG 2017 erfüllen: z.B. darf der eingesetzte Anteil von Getreidekorn oder Mais 50% nicht überschreiten. Ferner ist die flexible Fahrweise der Anlagen verpflichtend, da Biogasanlagen im EEG 2017 nur für die Hälfte der Stunden eines Jahres die Förderung erhalten.

Das Ausschreibungsvolumen liegt in den Jahren 2017 bis 2019 bei 150 MW, für den Zeitraum 2020 bis 2022 bei 200 MW und damit deutlich über dem im EEG 2014 vorgesehenen Zubau von 100 MW und den Erwartungen im Vorfeld der EEG Novellierung.

Neben diesen positiven Ansätzen – Steigerung des Ausbauzieles und Berücksichtigung von Bestandsanlagen bei dem Ausschreibungen- ist jedoch kritisch zu hinterfragen, ob die weiteren, gesteckten Rahmenbedingen genug Anreize bieten, um zu einem Anstieg bei dem Anlagenzubau zu führen. Ob die gesteckten Ausbauziele erreicht werden wird im Wesentlichen davon abhängen, ob Biogasanlagen künftig wirtschaftlich betrieben werden können.

Für die Kalkulation einer Biogasanlage ist der im EEG vorgegebene Gebotshöchstpreis von elementarer Bedeutung. Dieser liegt nach dem EEG 2017 bei 14,88 ct/kWh für Neuanlagen und bei 16,9 ct/kWh für Bestandsanlagen. Beide Preise sind u.E. als zu niedrig für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb zu werten - auch der höhere Preis für Bestandsanlagen, da Altanlagen den steigenden Anforderungen aus dem Immission-, Dünge- und Wasserrecht sowie den damit verbundenen Nachinvestitionen ausgesetzt sind. Ein attraktiver Anreiz für Bestandsanlagen, in das Ausschreibungsmodell zu wechseln, wurde damit unserer Meinung nach nicht geschaffen. Die Ausbauziele dürften –wie auch in 2015- künftig weiterhin verfehlt werden.

Neben den zu geringen Vergütungspreisen kritisiert der Fachverband Biogas den Umstand, dass eine gemeinsame Ausschreibung für alle Biogasanlagen erfolgt, ohne nach Technologie, Größe oder Einsatzstoff zu unterscheiden - tendenziell werden kleinere Anlagen benachteiligt. Dies stellt zwar eine Vereinfachung des Ausschreibungsverfahrens da, wird der Vielseitigkeit und dem Potential der Biogasbranche jedoch nicht gerecht.

Mit dem EEG 2017 fehlt den rd. 8.900 Bestandsanlagen weiter eine Perspektive für die Zeit nach dem Auslauf des 20-jährigen Vergütungsanspruches. Damit droht weiterhin die Gefahr, dass diese -bereits vorhandenen- Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Zukunft keinen Beitrag zur Energiewende mehr leisten können. Dieses wäre ein erheblicher Rückschlag für die Energiewende! Zum einem, weil Biogasanlagen in Deutschland mit ihrer gesamtinstallierten Leistung von 4.018 MW acht Millionen Haushalte mit Strom versorgen, zum anderem, weil Biogas leicht speicherbar ist und im Gegensatz zu den Windkraft- und PV-Anlagen Strom nach Bedarf verlässlich produzieren kann.

Es besteht kein Zweifel, dass die Energiewende nur zu schaffen ist, wenn es gelingt, die regenerativen Energien zu speichern und bedarfsgerecht abzurufen. Hier bieten die Biogasanlegen ein erhebliches Potential, einen Mehrwehrt für die Energiewende zu schaffen. Künftige Novellierungen des EEG sollten die Möglichkeit der flexiblen Fahrweise von Biogasanlagen und damit einer bedarfsgerechten Stromerzeugung stärker fördern – dies kann den Biogasanlagen eine Zukunftsperspektive bieten.

 

Quelle: Newsletter ERNEUERBARE ENERGIEN, Sonderausgabe 2016

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